Auftraggeber: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 13 – Umwelt und Raumordnung

Projektstatus: LAUFEND


Projektidee

Abteilung 13 – Umwelt und Raumordnung
Abteilung 13 – Umwelt und Raumordnung

Mit dem Anwachsen der Population des Europäischen Bibers (Castor fiber) in der Steiermark haben auch die Konflikte, die sich im Zusammenleben von Mensch und Biber ergeben, zugenommen.

Im Rahmen der von Juli 2017 bis Juni 2019 durchgeführten Biberberatung in der Steiermark konnten zahlreiche Konfliktfälle dokumentiert werden. Die Mehrzahl der Konflikte ist auf Dammbauaktivitäten des Bibers zurückzuführen. Dämme werden vorwiegend in Nebengewässern mit relativ geringem Wasserstand, denen häufig die Funktion der Entwässerung der einmündenden Felddrainagen zukommt, errichtet. Das führt zu einem Einstau den Felddrainagen, diese verschlammen und verlieren längerfristig ihre Funktionsfähigkeit.

Ebenfalls häufig sind Konflikte, die durch die Grabungstätigkeit des Bibers im Bereich der Gewässerufer entstehen. Es kommt es zu einer Unterminierung der Ufer und es besteht die Gefahr, dass landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge einbrechen. Auch Personenschäden können nicht ausgeschlossen werden.

Besonders kritisch ist die Grabungstätigkeit in jenen Bereichen zu sehen, in denen regelmäßig genutzte Wege uferparallel verlaufen.

Durch das Fällen von Gehölzen ergeben sich sehr unterschiedliche Konflikte: zum einen behindern ins Wasser gestürzte Bäume den Hochwasserabfluss, zum anderen kann es zu Beeinträchtigungen von Infrastruktureinrichtungen kommen.

Die Konflikte beschränken sich bislang auf die Bezirke Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark, Leibnitz und Weiz. Es ist jedoch davon auszugehen, dass mit der voranschreitenden Ausbreitung des Bibers auch weitere Bezirke betroffen sein werden. Konflikte ergeben sich vor allem in jenen Bereichen der Kulturlandschaft, in denen die menschlichen Nutzungen bis an den Rand von Gewässern reichen oder das Gewässer selbst (intensiv) genutzt wird.

90 % der Konflikte treten in einem 10 m breiten Streifen entlang des Gewässers auf und 95 % innerhalb eines 20 m breiten Streifens.

Projektziele

Vor dem Hintergrund der stetigen Ausbreitung des Bibers in der Steiermark und dem entsprechend rasch steigenden Konfliktpotenzial umfasst das Projekt zwei Ziele:

  1. Bibermanagement
    Erfahrungen aus anderen Bundesländern bzw. Ländern mit Bibervorkommen haben gezeigt, dass im Fall von auftretenden Konflikten eine rasche Kontaktaufnahme mit den Betroffenen und eine Begutachtung der Konfliktsituation vor Ort von größter Bedeutung sind. In Abhängigkeit von den Gegebenheiten werden die Betroffenen bei der Lösungsfindung unterstützt und im Rahmen der Beratung erarbeitete bzw. von der Behörde vorgegebene Maßnahmen auflagenkonform umgesetzt.
  2. Finalisierung der „Steirischen Biber-Strategie
    Finalisierung der Biberstrategie durch die Schaffung von Grundlagen für den Umgang mit Biberkonflikten und -schäden in der Steiermark.


Laufzeit

April 2020 bis März 2022