Biberdam an der Rittschein.
Biberdam an der Rittschein. © B. Komposch

Mit dem Biber ist eine „Schlüsselart“ in unsere heimischen Gewässer zurückgekehrt. Von seiner Fähigkeit, die Landschaft nach seinen Bedürfnissen zu gestalten, profitieren zahlreiche andere Arten. Dazu zählen sowohl Wirbeltiere wie Fledermäuse, Vögel, Amphibien und Fische als auch zahlreiche wirbellose Arten wie z. B. Libellen sowie verschiedene Pflanzenarten. Durch den Bau von Dämmen ändern sich die Abflusseigenschaften der Gewässer. Es entstehen neue, vom Wasser geprägte Lebensräume wie Teiche, Tümpel, Röhrichte und Feuchtwiesen. Diese Lebensräume werden rasch von anderen Tieren und Pflanzen besiedelt und die Artenvielfalt nimmt zu.

Die Nage- und Fälltätigkeit des Bibers führt dazu, dass das Angebot an liegendem und stehenden Totholz stark ansteigt. Baumhöhlenbewohnende Fledermausarten, Spechte und totholzbewohnende Insekten und Pilze werden gefördert. Ins Wasser ragende Äste stellen Versteckmöglichkeiten für Jungfische dar. Untersuchungen in Bayern haben gezeigt, dass im Nahbereich von Biberburgen die Fischdichte bis zu 80-mal höher ist als in vergleichbaren Gewässern ohne Biber. Aus ehemals strukturarmen Gewässern werden kleine „Oasen der Vielfalt“.

Damit leistet der Biber - kostenfrei - einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt und unterstützt damit den Österreichischen Staat, der sich im Jahr 1995 zur Biodiversitätsstrategie bekannt hat.

Neben seinem Beitrag zur Artenvielfalt trägt der Biber auch zu Renaturierung von Fließgewässern bei, kann durch den Rückhalt von Wasser in der Landschaft Hochwasserspitzen abpuffern und verbessert die Wasserqualität.


Vom Biber gestaltete Landschaft an der Rittschein. basemap.at (2016) vs. Drohnenbefliegung ÖKOTEAM (März 2017).
Vom Biber gestaltete Landschaft an der Rittschein. basemap.at (2016) vs. Drohnenbefliegung ÖKOTEAM (März 2017).

Linzer Biologische Beiträge (2014):
Verbreitung und Bestand des Europäischen Bibers (Castor fiber Linnaeus, 1758) in der Steiermark (Österreich)