Auftraggeber: Steiermärkische Berg- und Naturwacht

Projektstatus: ABGESCHLOSSEN


Projektidee

Steiermärkische Berg- und Naturwacht
Steiermärkische Berg- und Naturwacht

Das größte Nagetier Europas, der Biber (Castor fiber), ist mittlerweile auch in Österreich dabei, seine ehemaligen Lebensräume wieder zu besiedeln.

Umfangreiche Kartierungsarbeiten in den Wintern 2012/13 und 2013/14 in der Steiermark in den Einzugsgebieten von Mur, Lafnitz und Raab zeigten, dass die Art sich auch hier in Ausbreitung befindet. Stichprobenartige Begehungen in den darauffolgenden Jahren ergaben, dass laufend neue Gewässer besiedelt werden und die Biberpopulation stetig wächst.

Der Biber nutzt dabei vermehrt kleinere Gewässer mit relativ geringem Wasserstand (< 80 cm) und baut hier Dämme, um den Wasserstand zu heben.

Daher nimmt das Konfliktpotenzial sowohl in Hinblick auf Land- und Forstwirtschaft als auch in Bezug auf Siedlungsgebiet und Infrastruktureinrichtungen rasch zu!

Dichte des Bibervorkommens in der Steiermark. P. Zimmermann
Dichte des Bibervorkommens in der Steiermark. P. Zimmermann
Handlungsbedarf auf Bezirksebene. P. Zimmermann
Handlungsbedarf auf Bezirksebene. P. Zimmermann

Der Biber ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie genannt und daher landesweit streng geschützt. Im Jagdgesetz wird er als ganzjährig geschonte Art angeführt. Seine Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht beschädigt werden, was insbesondere die Biberbaue und oft auch Biberdämme betrifft. Zudem sind Störungen und Tötungen verboten.

Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen des gegenständlichen Projekts zum einen die Arealausweitung des Bibers in der Steiermark dokumentiert und zum anderen eine „Biberberatungsstelle“ eingerichtet, bei der betroffene Personen Unterstützung im Umgang und Zusammenleben mit dem Biber bekommen.

Auswahl der „Schwerpunktgebiete“

Die Schwerpunkte des Bibermonitorings liegen einerseits in bestehenden Natura 2000-Gebieten und andererseits in den bekannten „Biberbezirken“, wobei hier nach Risikopotential/ Handlungsbedarf differenziert wird:

  • hoch: Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark und Leibnitz
  • mäßig: Weiz, Deutschlandsberg, Graz-Umgebung
  • gering: Liezen, Bruck-Mürzzuschlag, Murtal, Graz-Stadt
  • derzeit kein Handlungsbedarf: Murau, Leoben, Voitsberg

Projektziele

Vor dem Hintergrund der Ausbreitung in der Steiermark und dem entsprechend rasch steigenden Konfliktpotenzial umfasst das Projekt im Wesentlichen drei Ziele:

  1. Bibermonitoring
    Aufbau eines Biberbeobachter-Netzes aus den Kreisen der Steiermärkischen Berg- und Naturwacht zur Verbesserung des Wissenstandes über die aktuelle Verbreitung des Bibers in der Steiermark. Dokumentation der Arealausweitung und Überprüfung bereits bekannter Reviere.
  2. Biberberatung
    Einrichtung einer Biberberatungsstelle, bei der Informationen über den Biber eingeholt und Biberbeobachtungen gemeldet sowie Konfliktfälle bzw. Probleme mit dem Biber und mögliche Lösungen besprochen werden können.
  3. Entwicklung einer "Steirischen Biber-Strategie"
    Auf Basis der Erfahrungen, die in anderen Bundesländern und Ländern mit unterschiedlichen Management-Strategien erzielt wurden, wird die Erarbeitung einer möglichst konsensualen Bibermanagement-Strategie für die Steiermark unter Einbindung aller Interessengruppen (Naturschutz, Wasserbau, Landwirtschaft, Jägerschaft, Forst, Fischerei usw.) angestrebt. Da in der Steiermark die Konflikte aktuell noch ein relativ beschränktes Ausmaß aufweisen, haben wir [gerade noch] die Chance, weitgehend unbelastet möglichst optimale Lösungswege zu entwickeln.

 


Laufzeit

Juli 2017 - Juni 2019


DOWNLOAD Endbericht 2019