Warum Bibermanagement?

Der Biber ist eine streng geschützte Art, die ihre Umwelt durch den Bau von Dämmen, das Aufstauen von Gewässern, das Fällen von Gehölzen sowie das Anlegen von Bauen und Röhren aktiv gestaltet. Diese ökologisch wertvollen Aktivitäten können jedoch zu Konflikten mit menschlichen Nutzungsinteressen führen, insbesondere mit der Land-, Forst- und Teichwirtschaft, dem Wasserbau sowie weiteren Interessensgruppen. Betroffen sind vor allem Bereiche der Kulturlandschaft, in denen Nutzungen unmittelbar an von Bibern besiedelte Gewässer angrenzen. Rund 90 % der Konflikte treten innerhalb eines 10 m breiten Uferstreifens auf, 95 % innerhalb eines 20 m breiten Streifens.

Mit dem Anwachsen der Biberpopulation in Österreich nehmen diese Konflikte – wie auch in anderen Ländern mit individuenreichen Beständen – stetig zu. Um sowohl das öffentliche Interesse am strengen Schutz des Bibers, am Erhalt naturnaher Gewässer und Feuchtlebensräume als Beitrag zum Klimaschutz als auch die individuellen und öffentlichen Nutzungsinteressen des Menschen zu berücksichtigen, ist die Umsetzung von Konfliktmanagementstrategien im Rahmen eines Bibermanagements erforderlich (vgl. Zahner et al. 2005; Bayerisches Landesamt für Umwelt 2009a, 2009b).

 


 

[>] Bayerisches Landesamt für Umwelt (2009a): Biber in Bayern. Biologie und Management. LfU, Augsburg, 48 S., www.lfu.bayern.de
[>] Bayerisches Landesamt für Umwelt (2009b): Das Bayerische Bibermanagement. Konflikte vermeiden - Konflikte lösen. LfU, Augsburg, 8 S., www.lfu.bayern.de
[>] Zahner, V., Schmidbauer, M. & Schwab, G. (2005): Der Biber. Die Rückkehr der Burgherren. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, 136 S.